Wasserversorgung

1. Vorrang der öffentlichen Wasserversorgung gewährleisten

Trinkwasser ist ein elementares Lebensmittel. In Zeiten zunehmender Trockenphasen, konkurrierender Nutzungsansprüche sowie steigender klimatischer und Umweltbelastungen muss die öffentliche Wasserversorgung jederzeit Vorrang vor allen anderen Wasserentnahmen und Nutzungsformen haben. Nur so können Versorgungssicherheit, Gesundheitsschutz und Daseinsvorsorge langfristig gewährleistet werden. Wir fordern den Vorrang der öffentlichen Wasserversorgung rechtlich klar abzusichern und konsequent umzusetzen.


2. Sicherung von Qualität und Quantität der Wasserressourcen

Belastungen durch Nitrat, Pflanzenschutzmittel, PFAS und andere Schadstoffe gefährden die Verfügbarkeit und Qualität von Grund-, Quell- und Oberflächenwasser. Gleichzeitig verschärfen klimabedingte Veränderungen wie ungleiche Niederschlagsverteilung die Situation. Wir fordern den Schutz der Wasserressourcen zu stärken, Schadstoffeinträge wirksam zu begrenzen und eine klare Verursacherverantwortung gesetzlich abzusichern. 


3. Landesweite Wasserstrategie entwickeln und umsetzen

Aus dem Masterplan Baden-Württemberg muss eine landesweite Wasserstrategie auf Basis eines Landesstrukturgutachtens abgeleitet werden. In dieser müssen alle Akteure aus Ministerien, Kommunen und Wasserversorgern überregional, auch über die Landesgrenzen hinausbesser miteinander vernetzt werden. Wir fordern eine verbindliche landesweite Wasserstrategie zu entwickeln und konsequent umzusetzen.


4. Beschleunigte Wasserrechtsvergabe

Langsame und komplexe Verfahren bei der Vergabe von Wasserrechten und deren Umfang gefährden eine zuverlässige Trinkwasserversorgung. Die Prozesse müssen effizienter, übersichtlicher und schneller werden, um Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten. Wir fordern die Wasserrechtsvergabe deutlich zu beschleunigen, rechtlich zu vereinfachen und die Rechte für längere Zeiträume zu erteilen.


5. Gezielte Förderung zur Klimawandel-Anpassung

Die Wasserversorgung muss sich stärker auf die Folgen des Klimawandels einstellen, etwa auf längere Trockenphasen und steigende Belastungen der Infrastruktur. Dafür sind Investitionen in die örtliche Wassergewinnung, Resilienz, Speicher, Leitungsanbindungen und zusätzliche Fernwasserzugänge notwendig. Wir fordern Klimaanpassungsmaßnahmen in der Wasserversorgung gezielt und dauerhaft zu fördern, um die Daseinsvorsorge langfristig zu sichern.


6. Transparenz schaffen für eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung

Mehr Transparenz bei der Wasserentnahme aus für die Trinkwasserversorgung genutzten Wasserressourcen schafft eine belastbare Datengrundlage für Planung, Vorsorge und nachhaltige Nutzung der Wasserressourcen. Einheitliche, digitale Erfassung und Auswertung von Entnahmen durch Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe ermöglichen eine bessere Bewertung regionaler Verfügbarkeiten und Nutzungskonflikte. So können Wasserressourcen vorausschauend geschützt und langfristig gesichert werden. 
Wir fordern einheitliche Vorgaben zur Erfassung und Bereitstellung von Daten zur Wasserentnahme und deren Weitergabe an die Wasserversorger.

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