1. Netzausbau effizient gestalten und mit Erzeugung und Lasten synchronisieren
Ein effizienter Netzausbau gelingt nur, wenn Infrastruktur, erneuerbare Erzeugung und Lasten abgestimmt geplant werden. Eine verzahnte und vorausschauende Planung vermeidet Überinvestitionen, reduziert Kosten und löst Engpässe. Kapazitätsabhängige Anreizmechanismen sind für steuernde Wirkung erforderlich. Wir fordern klare Rahmenbedingungen, die eine integrierte und wirtschaftliche Ausbauplanung ermöglichen und damit Planungssicherheit für Netzbetreiber, Erzeuger und Kommunen schaffen.
2. Auskömmlichen Regulierungsrahmen sichern und Investitionen ermöglichen
Für einen zukunftsfähigen Netzbetrieb brauchen Netzbetreiber einen angemessenen und langfristig verlässlichen Regulierungsrahmen. Netzmodernisierung und -ausbau müssen sich wirtschaftlich rechnen, damit die notwendigen Investitionen in Infrastruktur, Digitalisierung und Flexibilisierung überhaupt möglich sind. Wir wünschen einen dialogorientierten Prozess zur Anpassung des Regulierungsrahmens, entgegen der erlebten Praxis des BNetzA durchgeführten NEST-Prozesses. Wir fordern klare und stabile Rahmenbedingungen, die Planungssicherheit schaffen und den Netzausbau dauerhaft finanzierbar machen.
3. Flächen für Netzinfrastruktur sichern und Verfahren beschleunigen
Auch die Stromnetze benötigen ausreichend Flächen, bspw. für Trafostationen, Umspannwerke oder auch Erweiterungen. Wir fordern, dass Flächen frühzeitig ausgewiesen und bereitgestellt werden. Gleichzeitig müssen Genehmigungs- und Abstimmungsverfahren vereinfacht und beschleunigt werden, dass der notwendige Netzausbau zügig umgesetzt wird.
4. Prioritäten beim Netzanschluss politisch klären
Netzbetreiber arbeiten diskriminierungsfrei und sind verpflichtet, alle Anschlussbegehren gleich zu behandeln. Welche Anwendungen oder Technologien beim Netzanschluss Priorität haben sollen, ist jedoch politisch festzulegen und nicht Aufgabe der Netzbetreiber. Wir fordern klare und transparente Festlegungen für einen zielgerichteten Netzausbau und Rechtssicherheit für Netzbetreiber und Anschlussnehmer.
5. Regulatorisches Mikromanagement reduzieren und System bewältigbar gestalten
Die Stromverteilung leidet zunehmend unter regulatorischem Mikromanagement durch ständig neue Detailvorgaben und häufigen Anpassungen bestehender Regeln. Dies bindet Kapazitäten, schafft Unsicherheit und erschwert die Umsetzung praktikabler Lösungen. Wir fordern eine reduzierte, konsistente Regulierung, damit Netzbetreiber flexibel handeln, neue Ansätze erproben und Investitionen zielgerichtet tätigen können.
6. Smart Grids stärken für eine effiziente Netzsteuerung
Netze brauchen mehr Intelligenz und automatisierte Steuerung, um mehr Netzanschlüsse in naher Zukunft und effizientere Netznutzung zu ermöglichen. Die Steuerung von Lasten und Einspeisung darf gesetzlich nicht nur als Übergangslösung bis zum vollständigen Netzausbau verstanden werden. Die intelligente Steuerung von Netzen reduziert das Investitionsvolumen. Wir fordern daher, die gesetzlichen Rahmenbedingungen Steuerung als festen Bestandteil der Netzstrategie anzuerkennen und nicht nur als Hilfsinstrument auf dem Weg zum Netzausbau zu betrachten.