3 Fragen, 3 Antworten: Corona und die Energie- und Wasserversorgung in Baden-Württemberg

Torsten Höck, Geschäftsführer des Verbandes für Energie- und Wasserwirtschaft

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Ist die Versorgung von Strom, Gas und Wasser gesichert?

Höck: Als Betreiber kritischer Infrastruktur gehört es für die Versorger zum Standard, kritische Entwicklungen vorzubereiten und regelmäßig zu üben – auch mit Unterstützung des VfEW. Dazu gehören beispielsweise stufenweise Notfallpläne und Krisenszenarien. Natürlich ist jede Krise einmalig und individuell. Das gilt sicher für derzeitige Pandemie. Doch dank guter Vorbereitung, konnten die Unternehmen sehr frühzeitig Maßnahmen einleiten. So arbeiten beispielsweise die Betriebsmannschaften in den Kraftwerken, der Wasserversorgung oder in den Leitstellen häufig in Schichten, die sich nicht begegnen, um Ansteckungen und übergreifende Quarantäne zu vermeiden. Mit den bisher eingeleiteten Maßnahmen ist die Versorgung der Menschen in Baden-Württemberg sichergestellt. 

Wie geht es den Unternehmen der Versorgungswirtschaft in Baden-Württemberg derzeit?

Höck: Zwar ist die Energiewirtschaft nicht so massiv vom derzeitigen Wirtschaftseinbruch betroffen, wie beispielsweise die Automobilwirtschaft, die Gastronomie oder der Einzelhandel. Trotzdem sind die wirtschaftlichen und technischen Herausforderungen für die Unternehmen groß. Die Nachfrage nach Energie lässt nach. Die Großhandelspreise für Strom reagierten bereits mit einem starken Preisrückgang auf die Krise. Unternehmen haben sich aber bereits im Vorfeld, aus heutiger Sicht, teuer mit Strom eingedeckt und es gibt dafür jetzt keine Nachfrage mehr. Eine drohende Rezession würde auch unsere Mitgliedsunternehmen treffen. Doch mein Eindruck ist, dass die Mehrheit der Unternehmen solide aufgestellt ist. 

Wenn Sie im Herbst auf die jetzige Krise zurückblicken, was wird sich verändert haben?

Höck: Auf jeden Fall wird die Pandemie zu einem stärkeren Bewusstsein für grundlegende Hygiene führen. Es wird sich zeigen, ob die angelegten Notfallpläne in den Unternehmen weiterentwickelt werden müssen. Mit der Digitalisierung der Arbeit und flexiblem Arbeiten sind wir einen riesigen Schritt vorangekommen. Bei allen positiven Fortschritten bei der Digitalisierung, vielleicht bekommen die zwischenmenschlichen Begegnungen nach der Krise wieder einen höheren Stellenwert. 

Stand: 31.3.2020

270516SWSeeNetzZentrale021_pr.jpgEine Maßnahme ist, die Schichtpläne für die Mitarbeiter neu zu organisieren und so anzulegen, dass sie möglichst wenig Kontakt zueinander haben. Hier zu sehen ist ein Mitarbeiter des Stadtwerks am See. Foto: Stadtwerk am See

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