Die Stromausfälle im Januar 2026 in Berlin haben die Aufmerksamkeit auf die Sicherheit der Energieversorgung gelenkt. Für Baden-Württemberg gilt jedoch: Großflächige und langanhaltende Stromausfälle sind nach aktueller Einschätzung sehr unwahrscheinlich. Netzbetreiber setzen umfangreiche Maßnahmen zum Schutz ihrer Anlagen und Netze um und entwickeln diese kontinuierlich weiter – von IT-Sicherheitskonzepten über Objektschutz bis hin zu Notfall- und Wiederanlaufplänen. Allein in Baden-Württemberg gilt es jedoch ein Stromnetz mit mehr als 226.000 Kilometern Länge zu schützen. Dies ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr nahezu unmöglich.
Die Betreiber kritischer Infrastrukturen sehen den Schutz der Netze neben der Versorgungssicherheit als eine der wichtigsten Aufgaben. Sie stehen daher in engem Austausch mit den zuständigen Behörden insbesondere im Bereich der Prävention und schneller Gefahrenabwehr. Um Sabotageakte zusätzlich zu erschweren, muss aus Sicht der Energiewirtschaft aber auch der Umgang mit Transparenz- und Veröffentlichungspflichten kritisch überprüft werden. Die gezielte Vorbereitung solcher Taten setzt detaillierte Ortskenntnis und Informationen über kritische Infrastrukturen voraus. Vor diesem Hintergrund sollte diskutiert werden, den öffentlichen Zugang zu besonders sensiblen Geo- und Infrastrukturdaten einzuschränken und Betreiber kritischer Infrastrukturen von der Veröffentlichung besonders schutzbedürftiger Informationen auszunehmen.
Sollte es dennoch zu einem Stromausfall kommen, hängt dessen Dauer vom konkreten Schadensfall ab. Die Netzbetreiber sind darauf vorbereitet, die Versorgung schnellstmöglich wiederherzustellen.